
Guten Tag Herr Flieher,
danke für die Veröffentlichung Ihrer zwar recht umfangreichen aber inhaltlich
eher homöopathischen Testergebnisse rund um meine Leberkässemmerln. Sie wissen
schon, https://www.leka.world/ Semmerl
of my life!!
Wie wir bei leka.world, leben auch Sie vom Geldverdienen, bei Ihnen also Zeilengeld, bei mir Leberkässemmerln (siehe Semmelnbröseln).
Da sie inhaltlich „eh ok“ war, die Leberkässemmel, betrachte ich den restlichen Text als Ihren Gelderwerb (siehe Zeilengeld), den ich durchaus schätze. A bisserl weniger Senf vielleicht und etwas weniger Gurkerln. Bei mir.
Auch daß ich damit Touristen versorge, hauptsächlich
Mozart-Touristen, ist Teil meines Geschäftes. Und die sind nun mal eher in der
Innenstadt, als am Land draußen.
Teilweise, wohl aber in der Minderheit: auch Porschefahrer. Ist Salzburg doch
die Heimat der Porsches.
Das mit dem Danzer Text: Leberkäs im „Zeidungspapier“
lasse ich aber nicht mehr gelten.
Erstens hat mir die Wirtschaftskammer mit Hinweis auf das geltende
Lebensmittelgesetz VERBOTEN, meine Leberkässemmerln in Zeitungspapier zu
wickeln und zu verkaufen, weil in Zeitungspapier einfach zuviel Dreck drinnen
ist. Nicht nur die Druckerschwärze (krebserregend) sondern auch der journalistisch
verpackte Dreck (, der volksverblödende). Daher: Kartonschachterl.
Noch kurz zu Danzer: Sie sind 69er, als lange nach der Zeit, als der Metzger
den Leberkäs mangels anderer Verpackungsmaterialien in Zeitungspapier gewickelt
hat. Spätere Verpackungsmethoden, Plastik-Wrap oder gar Alufolie würde heute
einen mittelmäßigen Weltretter glatt vom Sessel hauen.
Die melancholische Erinnerung, die durch Danzers Text geweckt werden soll, ist einfach Mist. Auch Sie haben nie, seien Sie froh, einen Leberkäs im Zeitungspapier gekriegt. Nicht mal im Tennengau.
Das Schachterl aus 100% wiederverwertetem Altpapier in PINK zu halten, ist der Unterscheidung zum anderen, größeren Schachtelwirt geschuldet. Das ist gut so, sagt meine Markenrechtsantwältin.
Jetzt aber zur Sache:
Statt auf Danzer, setze ich auf Aristoteles.
Wollen wir Ihren Artikel mal durch seine drei Siebe rieseln lassen.
Was ist wahr: Naja, wahr ist: das Leberkässemmerl war eh ok.
Nein, so richtig gut war es nicht, was Sie da geschrieben haben. Oder würden Sie einem steuerzahlenden Gewerbetreibenden Vorschriften über Geschäftszweck und Klientel machen wollen (als angestellter Zeilengeldempfänger).
War der Artikel so notwendig? Naja, für Sie ja, weil Sie ja eben das Zeilengeld kriegen, aber sonst nicht wirklich.
Es mag nun zwar sein, daß den Danzer mehr Leute kennen
als den Aristoteles, aber: Lesen soll ja bilden. Ist ja eines Ihrer Themen.
Angeblich. (siehe: Lesen gefährdet Ihre Dummheit).
Also bilden Sie!! Wir lesen!!
Versuchen Sie es nochmals.
Reden Sie mit mir,
dem ehemaligen Ikarus-Restaurantleiter Stv.
und lassen Sie sich erklären, welchen Spießrutenlauf es bedarf, um die Leberkässemmerln
in der Getreidegasse zu verkaufen, um eine Familie zu ernähren und Gewinn zu
erwirtschaften (ja, und auch um Steuern abzuführen). Sonst wären es ja schwarze
Semmerln, statt pinkene.
So ist Ihr Artikel nur eine etwas zu LAUWARME Geschichte (um Ihre Worte zu gebrauchen. „Zu lauwarm“, meine ich)
Mit den besten Empfehlungen und in freudiger Erwartung eine Nachbesserung.
Ihr
x.y

Autorenkürzel: bef
Redakteur Kultur
·
geb. 1969 in Schärding, studierte vieles, aber nichts fertig. Seit 1992 als Redakteur bei der Salzburger Woche (Tennengauer Nachrichten), 1998 fliegend gewechselt zu den Salzburger Nachrichten, zunächst Gericht, Reiseressort, Wochenendbeilage, dann Kulturressort und seit 2001 eine wöchentliche Kolumne über eh alles. Bisher zwei Bücher geschrieben und viele Texte für diverse Zeitschriften, Moderationen und DJ-Dienste.
Die Neugier, aus Wörtern etwas zu machen, das sich erzählen lässt. Verwirrung. Erstaunen. Überraschungen.
Welche Themen mich am meisten beschäftigen
Sprache und Sound, die Wortlosigkeit plappernder Menschen, die leere Wortflut der Menschen, der Versuch die Schönheit des Einfachen zu erkennen.
Vorstadt, Innviertel, hauptsächlich. Und aus der Bibliothek. Und aus Plattenläden. Und aus Zwischenräumen, in denen klar wird, wie sonst nirgendwo, dass es keine Wahrheit, aber Wirklichkeiten gibt. Aus dem Staunen.
Welches Ereignis mich journalistisch geprägt hat
Ein Fußballturnier für geistig- und mehrfachbehinderte Menschen, es war Mitte der 1980er Jahre meine erste Lokalreportage im Ferienjob bei der mittlerweile verschwundenen Rieder Volkszeitung, von dem Tag an war ich staunender Zuhörer, Vorurteile über Bord werfender, staunender Schreiber. Später dann eine Reportage über Analphabetismus. Und der Einsatz als Reporter im Balkankrieg und mehrere Mal in Afrika, weil dort die Grenzen des Journalismus klar werden und man erkennt, dass schreibendes Erzählen die ruhigste Form der Weltdarstellung ist.
Was ich abseits von meiner Arbeite mache
Ich warte auf das nächste Album von Bob Dylan und den Start der Tour de France und den Wiederaufstieg des FC Nürnberg.
Keine Partei. Keine Vereine (außer ÖAMTC und 1. FC Nürnberg). Nirgendwo Mitglied.
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"ruaf mi ned au, weu du waßt doch genau
daß i nimma mehr wüh und a nimma mehr kaunn
bitte ruaf ned au
ruaf mi ned au, weu i hör nua dei stimm
und daunn schlaf i ned ein
bis i wieda de bledn tablettn nimm
weit hasd mi bracht
i schdeh auf in da nacht
und daunn geh i spaziern
gaunz ohne grund
i hab ned amoi an hund
zum eußerln führn
und waunn i hamkumm
is ollas wia's woa
und mei polster riachd imma no nach deine hoa
heasd, i wir a noa
i waß du hasd jetd an freind mid an porsche
geh sag eam er soll do in oasch geh
und kumm wieda ham zu mir
er geht mid dir jedn abend fein ess'n
sog hasd sch vergessn
wia a lebakas schmeckt ausn zeidungspapier
er führt dich aus ins theater des brennt eam sei vater
der dillo
dabei is er schmäschdad
und schiach und blad
mid seine hundert kilo
ruaf mi ned au, weu du waßt doch genau
wo i wohn, waunsd was wühst trau di her
waunnsd ned z'feig dazua bist
Quelle: Musixmatch"